Wissenschaftliches Rätsel: Phänomenale Gedächtnisleistungen von Inselbegabten

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Video: Gedaechtnis Giganten

»Solange wir das Savant-Syndrom nicht erklären können, können wir uns selbst nicht erklären«, meint Professor Darold Treffert, Chef der psychiatrischen Abteilung am St. Agnes Hospital in Fond du Lac (Wisconsin). Er ist seit mehr als 40 Jahren damit beschäftigt, inselbegabte Menschen, wie die Savants auch genannt werden, zu untersuchen. Inselbegabte sind oft behindert und hilfsbedürftig, verblüffen aber mit einem unglaublichen Gedächtnis, phänomenalen Rechenleistungen oder genialen künstlerischen Werken. Erklärungsversuche für Inselbegabung und Bewusstsein gibt es, aber können sie auch überzeugen?

Einer der alle anderen Inselbegabten übertrifft, ist Kim Peek. Schätzungsweise zwei Millionen Menschen haben ihn bei seinen öffentlichen Auftritten an Universitäten bestaunt. Kim hat sich den Inhalt von 7600 Sachbüchern Wort für Wort gemerkt. Dazu kennt er Detailinformationen ganzer Regionen: alle Städte, alle Straßen, alle Fahrpläne, dazu jeden Namen mit Adresse und Telefonnummer aus allen Telefonbüchern, die ihm jemals in die Hände gekommen sind. Nur mit Romanen fängt er nichts an. Dagegen ist für ihn die Wiedergabe der Baseball-Ergebnisse der letzten 40 Jahre und der Daten der meisten klassischen Musikstücke, wie Erstaufführung, Komponist oder Geburtsort des Komponisten eine leichte Übung. Aber wenn Kim sich selbst anziehen soll oder die Schuhe zubinden, dann scheitert er.

Kims Kopf ist von Geburt um ein Drittel größer, als der normaler Menschen. Eine enzephalografische Untersuchung zeigt aber in der Mitte seines Gehirns eine gähnende Leere. Ihm fehlt die Verbindung beider Hirnhälften und sein Kleinhirn ist verkümmert. Dagegen ist seine Leistung beim »Scannen« von Büchern, wie er es nennt, mehr als olympiareif. Er zieht beispielsweise die Telefonbücher ganz nah an seinen Augen vorbei. Die linke Seite am linken, die rechte am rechten Auge. So schafft er es, acht Seiten in 53 Sekunden zu scannen. Das sind weniger als 7 Sekunden pro Seite und ist damit schneller als der Scanner am heimischen PC. Wenn man glaubt, so schnell kann sich kein Mensch den Seiteninhalt merken, täuscht man sich. Kim kann es und er vergisst fast nichts.

»Kein Modell über Gehirnfunktionen ist komplett, bevor es nicht Kim mit einbezieht«, sagt Professor Treffert. Aber wie kann man die Leistungen der Inselbegabten erklären? Der Prozess der Signalübertragung im Gehirn funktioniert mithilfe von Nervenzellen. Diese nutzen eine Kombination aus elektrischen und chemischen Signalen, um miteinander zu kommunizieren. Wenn eine Zelle ihre elektrische Spannung ändert, führt das zur Freisetzung chemischer Botenstoffe. Diese wirken auf die nachfolgende Zelle ein. Daraufhin reagiert die nachfolgende Zelle ebenfalls mit einer Spannungsänderung und Freisetzung von Botenstoffen. Durch die Nutzung der chemischen Botenstoffe ist das ein schneckengleicher Prozess und nicht zu vergleichen mit der Hochgeschwindigkeit der Prozessoren heutiger Heimcomputer.

Den meisten Inselbegabten scheint eine gewisse Schädigung der linken Gehirnhälfte gemeinsam zu sein. Möglicherweise gibt es deshalb eine Überkompensation durch die rechte Gehirnhälfte, die für künstlerische, visuelle Fähigkeiten und konkrete Fakten zuständig ist. Was eine Überkompensation aber nicht zu erklären vermag, ist die hohe Geschwindigkeit der Gedächtnisleistungen eines Kim Peek. Und wenn man schon eine vollständige Erklärung für die Gehirnfunktion haben will, dann kann man das Bewusstsein nicht außen vor lassen. Denn eines scheint sicher: Ohne Bewusstsein wäre keine der Geistesleistungen der Inselbegabten möglich.

Als interdisziplinäre Arbeitsrichtung von Biologie und der Physik gehört es zum Aufgabenbereich der Quantenbiologie, geeignete quantenmechanische Erklärungsmodelle für die Gehirnfunktionen und Bewusstsein zu finden. Zu den bisherigen Erfolgen der Quantenbiologie zählt die Erklärung des Sehprozesses. Danach ist Sehen ein rein quantenmechanischer Prozess. Die Lichtteilchen (Photonen), die ins Auge fallen, werden von den zahlreichen Elektronen innerhalb der Netzhaut absorbiert. Das löst eine biochemische Kettenreaktion aus, die am Ende zu einem elektrischen Signal führt, welches im Gehirn weiterverarbeitet wird.

Was für die Erklärung des Sehprozesses vollbracht wurde, ist für die Beschreibung der Gehirnfunktion erst ansatzweise in Sicht. Zu sehr haben sich klassische Erklärungsmodelle ohne Quantenmechanik in den Köpfen der Forscher festgesetzt, als dass von heute auf morgen eine Änderung möglich wäre. Lieber werden unerklärliche Messwerte als sogenannte Messfehler in Kauf genommen, als dass vom klassischen Modell abgewichen wird. Ein Beispiel für eine klassische, aber falsche Erklärung ist das, was in dtv-Lexikon der Physik aus dem Jahre 1970 über die Elektrolyse (z. B. Wasserspaltung) steht: » [...] Die Stromleitung innerhalb des Elektrolyten besteht in der Wanderung der positiven und negativen Ionen, die unter dem Einfluss des elektrischen Feldes zu den Elektroden gelangen [...]«

Wenn alle Ionen, d. h. also elektrisch geladene Atome oder Moleküle sich tatsächlich einen Weg durch den flüssigen Elektrolyten bahnen müssten, wäre die hohe Effizienz des Vorgangs nicht zu erklären. Zumindest bei der Wasserspaltung stimmt die klassische Erklärung nicht, wie Jan Sperling in seiner Dissertation 1999 an der Freien Universität Berlin nachwies: »Es besteht keine Möglichkeit, die anomalen Abweichungen der Messwerte [...] klassisch widerspruchslos zu erklären. Dagegen ist, unter Einbeziehung von Quantenkorrelation [...] ein direkter Zusammenhang [...] ableitbar.«

Ist aber die Quantenmechanik und Quantenbiologie einschließlich ihrer unerklärlichen ’spukhaften Fernwirkung’, wie Albert Einstein die Quantenkorrelation bezeichnete, tatsächlich die letzte Erklärungsebene für Gehirnfunktionen und Bewusstsein, so wie im 19. Jahrhundert die angeblich unteilbaren Atome eine letzte Erklärungsebene für die physikalische Welt waren? Quantenmechanik ist in Wirklichkeit nur ein abstrakter mathematischer Formalismus, wenn auch dessen Vorhersagen beeindruckend gut bestätigt werden. Aber möchte man einem Formalismus tatsächlich den Status der letzten physikalischen Erklärungsebene zugestehen? Der Autor und Verfasser des Sachbuchs Unsterbliches Bewusstsein: Raumzeit-Phänomene, Beweise und Visionen beantwortet die Frage, indem er eine weitere Erklärungsebene hinzufügt. Für ihn sind es Bewusstseinseinheiten, welche die letzte physikalische Erklärungsebene darstellen: »Bewusstsein ist der fundamentale Baustein von allem was existiert«. Auf der Basis dieser Bewusstseinseinheiten beschreibt er das ‘wahre Gesicht der Wirklichkeit’. So kommt man zu dem Schluss, dass die Quantenbiologie zwar die richtige wissenschaftliche Disziplin ist, um ein komplettes Modell der Gehirnfunktionen und des Bewusstseins zu liefern, dass dieses Modell aber noch einer weiteren physikalischen Erklärungsebene bedarf, wenn man sich nicht mit einem rein mathematischen Formalismus als Erklärung zufriedengeben möchte.

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Ist Gott nur ein neuronales Gewitter im Gehirn?

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Video: Erforschung der Meditation

(idw). Existiert Gott? Ist es notwendig, dass er existiert? Oder reicht nicht der Glaube allein? Je genauer Naturwissenschaftler die Funktionsweise des menschlichen Gehirns entschlüsseln, umso mehr müssen sich Theologen mit der Frage nach der Beziehung zwischen Gott und Gehirn auseinandersetzen. Dr. Tobias Kläden vom Seminar für Pastoraltheologie der Universität Münster stellt sich dieser Herausforderung. Das neue Gebiet der so genannten Neurotheologie wird zumeist von Naturwissenschaftlern besetzt, Theologen haben bisher eher wenig Kenntnis davon genommen.

Die amerikanischen Neurowissenschaftler Andrew Newberg und Eugene d’Aquili haben untersucht, was passiert, wenn Menschen meditieren. “Sie konnten bei Buddhisten und Franziskanerinnen nachweisen, dass bei der Meditation ein Bereich im Scheitellappen, der dafür sorgt, dass ich mich von der Umwelt als verschieden empfinde, kaum noch aktiviert war”, erläutert Kläden. “Die Menschen fühlten sich eins mit Gott und dem Universum.” Und das unabhängig davon, ob sie an einen personalen Gott glaubten wie die Christinnen oder an ein namenloses Absolutes wie die Buddhisten.

Das, so die Schlussfolgerung von Newberg und d’Aquili, sei ein Beweis dafür, dass Glaube und religiöse Erfahrung keine Hirngespinste seien. Schließlich gebe es den physiologischen Nachweis, dass etwas im Gehirn im Augenblick der religiösen Erfahrung passiere. Umgekehrt ist es dem Kanadier Michael Persinger gelungen, mithilfe eines leichten Magnetfeldes Menschen die Präsenz des Göttlichen zu suggerieren, indem die Schläfenlappen im Gehirn stimuliert wurden. “Bereits in der Antike wusste man, dass Menschen mit Epilepsie etwas Besonderes sind, eine ‘heilige Krankheit’ haben”, erzählt Kläden. Epileptische Anfälle gingen häufig mit religiösen Empfindungen einher, Epilepsie wiederum könne beispielsweise durch Tumore im Schläfenlappen ausgelöst werden.

Die Interpretationen der empirischen Versuche seien häufig vollmundig, mal werde versucht, Gott als Funktion des Gehirns zu erklären, mal, die Funktion des Gehirns als Beweis für die Existenz Gottes heranzuziehen. “Das hängt immer von der religiösen Voreinstellung ab”, meint Kläden. Bei Doubleblind-Experimenten im Magnetfeld von Persinger habe sich gezeigt: Menschen können auch ein religiöses Gefühl spüren, obwohl faktisch nichts passiert ist. “Häufig liefern die Naturwissenschaftler zu ihren Experimenten Interpretationen, die nichts mehr mit Neurowissenschaften zu tun haben, sondern auf bestimmten philosophischen Vorannahmen beruhen”, so Kläden.

Und genau das ist für ihn der Grund, dass sich auch die Theologen einmischen müssen. Denn die Daten zu bezweifeln, das kommt ihm nicht in den Sinn. Aber bei der Interpretation der Ergebnisse und der Beantwortung der Frage, ob Gott nur ein neuronales Gewitter im Gehirn sei, da haben die Theologen auch etwas beizutragen. “Tiefe meditative Versenkungen sind nicht die Religion des Alltags. Haben solche religiösen Spitzenerfahrungen überhaupt Relevanz für den Alltag?” Aber noch gebe es auch bei den Theologen keine eindeutige Definition von Religiosität. “Da können die Neurowissenschaften einen wichtigen Beitrag leisten.”

“Kommt Religion wirklich nur im Gehirn vor? Gibt es denn keine Wirklichkeit außerhalb des Gehirns? Natürlich müssen religiöse Erfahrungen im Gehirn verankert sein, denn dort haben alle Erfahrungen und Gefühle ihre Basis”, sagt Kläden. Er ist sich aber sicher: Gott ist kein Gegenstand der empirisch erfassbaren Welt, daher könne er auch nicht mit naturwissenschaftlichen Mitteln erforscht werden.

Kommentar:
Was sich aber mit naturwissenschaftlichen Methoden erforschen läßt, ist nach Meinung des Autors Klaus-Dieter Sedlacek das Jenseits oder das unsterbliche Bewusstsein.
Im seinem neu erschienenen Sachbuch “Unsterbliches Bewusstsein - Raumzeit-Phänomene, Beweise und Visionen” ISBN: 978-3-837-04351-8 tritt er dafür den Beweis an.

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Warum Bewusstsein außerhalb des Gehirns existiert: Beweise und Visionen

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Cover Unsterbliches BewusstseinMithilfe der naturwissenschaftlichen Methode und zahlreicher sonst unerklärlicher quantenphysikalischer Phänomene gelingt es dem Autor des neu erschienenen Sachbuchs „Unsterbliches Bewusstsein“ den Nachweis zu führen, was bisher umstritten war: Bewusstsein existiert außerhalb des Gehirns!

In dem Buch geht es weder um Glauben noch um Esoterik, sondern um Beweise. Glaubwürdige, wissenschaftliche Beweise, die in eine Form gepackt sind, dass sie für jeden Interessierten verständlich sind. Als Form der Darstellung dient eine Rahmenhandlung, in welcher der fiktive Professor Allman eine Lehrgangsveranstaltung für seine Kollegen abhält. Nach und nach entwickelt Professor Allman eine belastungsfähige wissenschaftliche Theorie.

„Diese Arbeit hat einen ungewöhnlichen, uns alle betreffenden Inhalt. Der soll und darf nicht in den Büchereien der Fachwelt verstauben, sondern drängt nach dem Zugang zu einer breiten Öffentlichkeit“, so der Autor auf die Frage, warum er den für eine wissenschaftliche Arbeit ungewöhnlichen Aufbau entsprechend dem eines Sachbuchs mit Rahmenhandlung gewählt hat.

Wohl zum ersten Mal gelingt dem Autor mithilfe der naturwissenschaftlichen Methode der Beweis, dass Bewusstsein außerhalb des Gehirns existiert.

Das hat kaum absehbare Folgen für unser Weltbild. Einige dieser Folgen werden dargestellt. Die Rahmenhandlung und die Namen der Lehrgangsteilnehmer sind fiktiv, aber der zur Diskussion gestellte Inhalt ist real. Die vorgestellten unerklärlichen Phänomene, die einer Erklärung zugeführt werden, sind der Fachwelt meist schon seit Jahrzehnten bekannt. Weil die Phänomene sich aber bisher jedweder tieferen Erklärung widersetzten, gelang es den Wissenschaftlern nicht, sie einem breiteren Publikum verständlich zu präsentieren. Die Wissenschaft nahm sie als unerklärlich hin, ging mit ihnen um und gewöhnte sich an sie, bis sie ganz gewöhnlich und selbstverständlich schienen. Der größere hinter den Phänomenen liegende Zusammenhang blieb verborgen.

Das Buch deckt nun den Zusammenhang auf. Es gibt naturwissenschaftliche Antworten auf die Grundfragen unseres Seins. Alle Aussagen werden bewiesen. Neben der physikalischen Theorie vom Jenseits wird das wahre Gesicht der Wirklichkeit beschrieben. Es gipfelt in der glaubwürdigen Aussage, dass Bewusstsein unsterblich ist und unser physisches Ende überdauert.

Der Klappentext der gebundenen Ausgabe lautet:

Fünfunddreißig hochkarätige Wissenschaftler haben eine Vision. Sie treffen sich in der Abgeschiedenheit und wollen etwas über die Unsterblichkeit des Bewusstseins und den Sinn des Lebens erfahren. Am Ende steht das sensationelle Ergebnis: Es gibt ein Jenseits!

Scheinbar unerklärliche Phänomene werden nicht nur aufgezählt, sondern in einen großen Zusammenhang gebracht und verständlich erklärt. Für Anschaulichkeit sorgen 26 Abbildungen im Text.

Dieses Sachbuch beschreibt konkret und glaubwürdig die Dinge jenseits der Erfahrungswissenschaft und der physischen Welt. Schulkenntnisse reichen aus, um es zu verstehen.

Es ist eine Manifestation für den naturwissenschaftlich interessierten Leser.

Unsterbliches Bewusstsein: Raumzeit-Phänomene, Beweise und Visionen
von Klaus-Dieter Sedlacek
Verlag: Books on Demand GmbH; Auflage: 1 (Juni 2008)
ISBN: 978-3-837-04351-8, gebundene Ausgabe, 148 Seiten, € 18,95

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Über den Autor:
Der Autor Klaus-Dieter Sedlacek, Jahrgang 1948, studierte Mathematik und Informatik. Er beendete 1975 seine Studien mit dem Diplom in Mathematik. Nach einigen Jahren Berufspraxis gründete er eine eigene Firma, die sich mit der Entwicklung von Anwendungssoftware beschäftigte. Diese führte er mehr als fünfundzwanzig Jahre lang. Als Mathematiker hat er sich die Aufgabe gestellt, komplexe Zusammenhänge unserer Welt aufzudecken und logisch zu erklären. Neben Sachbüchern schreibt er auch spannende Romane.

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Baukastenprinzip: Uralter Welterfolg bedeutet die Zukunft für Roboter-Modelle!

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Fischer Technik Konstruktionsbaukasten

Weinheim (ptx) - „ Patent-Anspruch: Die Herstellung von Modellbauten aus Leisten verschiedener Länge, welche in einer gleichmäßigen Längeneintheilung vielfach gelocht und mittelst gerader oder gekrümmter V-förmiger Splintnadeln und dazu gehöriger Keile verbunden werden, während die Flächenfüllung durch Einschieben von Platten in die an Leisten angebrachten Nuthen bewirkt wird.“ Mit diesen schlichten Worten aus einer Patentschrift des Kaiserlichen Patentamts beginnt am 8. April 1888 vor genau 120 Jahren ein beispielloser Welterfolg: der Konstruktionsbaukasten.

In einem Jahr in dem Heinrich Rudolf Hertz die Grundlagen der drahtlosen Telegrafie entdeckt, George Eastman den Rollfilm-Fotoapparat erfindet, Dunlop den Luft gefüllten Reifen einführt und der Amerikaner Burroughs sich die Additionsmaschine patentieren lässt, kommt das interessanteste technische Spielzeug vieler Generationen gerade zur rechten Zeit. Die Industrialisierung und der gewaltige technische Fortschritt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lassen ein Verständnis-Vakuum bei der Bevölkerung entstehen, das ausgefüllt werden muss. Besonders die in dieser Umbruchzeit heranwachsenden Kinder sind auf die technischen Neuerungen in ihrem Umfeld neugierig. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Patentbeschreibung des 1. Konstruktions-baukastens mit dem Satz beginnt: „Die Erfindung bezweckt, durch ein leicht zusammenfügbares und wieder auseinander nehmbares Material Bauten der verschiedensten Art herzustellen, welche sowohl als Modelle, als auch zu lehrreichem Spielzeug dienen können.“ Auch heute im Zeitalter der Elektronik ist der Konstruktionsbaukasten als Spielzeug nicht wegzudenken.

Als Erfinder ist Otto Lilienthal genannt. Das ist im ersten Moment eine Überraschung. Aber beim genauen Hinsehen entpuppen sich die Gebrüder Otto und Gustav Lilienthal nicht nur als Flugpioniere, sondern sind auch der Pädagogik und künstlerischen Erziehung zugetan. Besonders Gustav Lilienthal arbeitet in einem reformerischen Arbeitskreis mit, der Schriften wie „Die Schulen der weiblichen Handarbeit“ oder „Jugendspiel und Arbeit“ herausgibt. Zudem entsteht in Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten 1880 der Steinbaukasten, der später unter dem Namen „Richters Anker-Steinbaukasten“ weltberühmt wird. Der Architekt und Kinderfreund Gustav Lilienthal dürfte deshalb auch –wie es aus Briefwechseln hervorgeht- der wirkliche Erfinder des 1. Konstruktonsbaukastens gewesen sein, nur kann er nicht in Erscheinung treten, da er zu diesem Zeitpunkt ohne Vermögen und somit nicht kreditwürdig ist. Bruder Otto, der Ingenieur, muss also herhalten.

Auf der Leipziger Messe 1888 zeigen die Lilienthals neben verschiedenen architektonischen Modellen auch eine Windmühle. Die Beweglichkeit über die drehende Achse ist der erste konkrete Hinweis auf entsprechende weitere Modelle, die die technische Wirklichkeit darstellen können. Doch wahrscheinlich bricht in der Folgezeit der engagierte Architekt in Gustav durch, denn seine wichtigsten Vorzeige-Modelle beschränken sich auf den Eiffelturm, die damals kühnen Konstruktionen aus Glas und Stahl und auf pompös gestaltete Bahnhöfe.

Richtig Bewegung und somit Technik bringen dann andere Hersteller wie Matador, Walthers Stabilbaukasten und Meccano Anfang des 20. Jahrhunderts ins Spiel. Heute würde man allerdings von Me-Too-Produkten sprechen, denn das übernommene Basisprinzip eines Konstruktionsbaukastens mit gelochten Leisten in gleichmäßigen Abständen und passenden Verbindungselementen haben die Lilienthals erfunden. Normalerweise wird derjenige vom Leben bestraft, der zu spät kommt. Im Fall Lilienthal ist es genau umgekehrt: Sie sind zu früh und wohl auch mit zu wenig Kapital ausgestattet. Das erfinderische und vertriebliche Know-How nutzen schließlich andere und ernten die Früchte der Lilienthals.

Neben dem Stabilbaukasten von Walther macht besonders der Metallbaukasten von Meccano Furore. 1901 in England von Frank Hornby entwickelt, wird er auch bald in Deutschland zum Kassenschlager. Allerdings dauert der Siegeszug nur bis zum 1. Weltkrieg. Dann kassiert der deutsche Staat die in Berlin angemeldeten Meccano-Patente und verkauft sie an Märklin weiter. Die Zoll-Maße bei den Lochabständen weisen noch heute auf den Ursprung hin.

Der Metallbaukasten ist jahrzehntelang der Traum aller Jungen. Da wird getüftelt, geschraubt und konstruiert. Das ist nach 1945 schnell vorbei, denn neue Werkstoffe verändern auch die Welt der Spielzeuge. Mit Kunststoffen werden die Spielzeuge unempfindlicher und zudem ist die Verformung einfacher und die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitiger. Die Spielwaren-Industrie erkennt diesen Trend schnell und folgt ihm. Vieles, was bisher aus Holz oder Metall gefertigt war, entsteht nun aus Kunststoff. Als erstes kommt Lego auf den Markt, allerdings lediglich als „Klötzchenspiel“, denn es sind fast nur architektonische Modelle ohne Bewegung möglich. Die Technik findet dort erst richtig im Laufe der 70er Jahre statt.

Fast 80 Jahre hält das Lilienthal’sche Konstruktionsbaukasten-Prinzip aus gelochten Leisten. Erst 1964/65 kommt mit dem fischertechnik-System von Artur Fischer im wahrsten Sinn des Wortes Bewegung in die Baukastenwelt Und das natürlich gleich aus Kunststoff. Statt gelochter Leisten oder Bleche, die mit Schrauben und Muttern verbunden werden, setzt er das Prinzip der Schwalbenschwanzbefestigung ein, bei dem Zapfen in Nuten geschoben werden. So erreicht er einen hohen Grad an Modellfestigkeit und Vielseitigkeit der einzelnen Bauteile. Die sichere Befestigung ist für Fischer kein unbekanntes Gebiet, denn als einer der weltgrößten Dübelhersteller hat er schon immer mit diesem Thema zu tun gehabt. Im übrigen ist auch die Entwicklung des fischertechnik-Systems eng mit dem Dübel verbunden: Nämlich immer wenn es weihnachtet, ärgert sich Fischer über die langweiligen und einfallslosen Weihnachtsgeschenke, die er von seinen Lieferanten bekommt, und die er letztlich auch seinen Kunden überreicht. So entsteht die Idee, ein Befestigungsmittel für Kinder zu entwickeln, das gleichzeitig ein Spielzeug sein soll. An eine kommerzielle Auswertung ist zunächst gar nicht gedacht. Das Ergebnis der Tüftelei ist ein Baustein, der an allen sechs Seiten mit dem nächsten Stein zu verbinden ist. Bereits nach zwölf Monaten ist aus diesem Stein ein ganzer Bau-kasten mit unterschiedlichen Elementen geworden.

Nach über 40 Jahren auf dem Markt hat fischertechnik nicht nur bei Kindern und Jugendlichen technisches Wissen vermittelt, sondern auch ganze Generationen von Technikern in ihrer Berufswahl beeinflusst und geformt. Bei Wettbewerben wie „Jugend forscht“ spielt es immer wieder eine Rolle und in vielen Schulen sorgt das Material im Technik- oder Werkunterricht für den technischen Durchblick. Maschinenbaubetriebe setzen aus fischertechnik gebaute Nachbildungen ihrer Großanlagen zur gefahrlosen Erprobung der notwendigen elektronischen Steuerung ein. Selbst die Nachwuchsförderung in der IT-Branche erfolgt unter Einsatz von fischertechnik-Modellen. So arbeitet der Software-Konzern Microsoft mit dem Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe zusammen und lehrt Studenten, wie Roboter-Modelle aus dem Konstruktionsbaukasten mit passgenauen Programmen zum Laufen zu bringen sind.

Die Gebrüder Lilienthal gelten als die Luftfahrtpioniere. Dass sie den Konstruktionsbaukasten erfunden haben, ist weitgehend unbekannt oder wird in der Bedeutung vernachlässigt. Doch beide Erfindungen bzw. Pioniertaten können in der Weiterentwicklung als gleichbedeutend betrachtet werden, denn viele der heute bedeutenden Konstrukteure und Ingenieure haben ihre ersten Schritte in das Reich der Technik mit einem Konstruktionsbaukasten begonnen.
Dieter Tschorn

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Science Fiction wird Alltag: Die Roboter sind da!

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WISSEN DER ZUKUNFT berichtet über das Wunderwelt Wissen.

(prcenter.de) Von Andreas Schultheis

Frankfurt/Berlin - Roboter haben den modernen Lebens- und Arbeitsalltag des Menschen erobert. Sie montieren Autos, übernehmen Hausarbeiten, spielen Fußball mit den Kindern. Fast scheint es, dass der Traum vom allzeit willigen Helfer, den Literatur und Science-Fiction seit Jahrhunderten ausgemalt haben, Realität geworden ist. Wie aus Träumen Wirklichkeit wurde, dokumentiert das Frankfurter Museum für Kommunikation http://www.museumsstiftung.de mit seiner Ausstellung „Die Roboter kommen!” Musikautomaten aus dem 18. Jahrhundert, legendäre Werberoboter der 1950er Jahre und moderne Forschungsroboter, darunter der humanoide Roboter „Armar II”, veranschaulichen die Entwicklung.

Moderne Serviceroboter, die staubsaugen oder die Geschirrspülmaschine ausräumen können, sehen wie freundliche Hausgenossen aus. Gerade erst hat Toyota http://www.toyota.com einen Geige spielenden Roboter vorgestellt, der zeigt, wie die elektronische Welt von morgen aussehen könnte. Dabei ist Toyota nicht allein mit seinen Planungen, sondern hat im eigenen Land eifrige Konkurrenten: „Lange führte dabei Honda die Entwicklung von humanoiden Robotern an: Vor über 20 Jahren startete der Auto- und Motorradhersteller ein bis vor Kurzem viel belächeltes Roboterprogramm. Inzwischen kann sein humanoider Roboter Asimo laufen, die Hand geben und soll bereits in den kommenden Jahren als Bote in Büros arbeiten”, berichtet Focus Online http://www.focus.de. Auch „Nissan stellte auf der Tokyo Motor Show einen fußballgroßen Roboterkopf vor, der in das Armaturenbrett seines Konzeptautos Pivo 2 eingebaut war. Der Kopf soll mit dem Fahrer plaudern und ihm bei Müdigkeit Restaurants für eine Pause vorschlagen”, so das Magazin.

Sprechende Assistenzsysteme scheinen auf dem Vormarsch, auch in der Unternehmens-kommunikation, wie das Beispiel Daimler belegt. Der Personal Assistant ist hier eine Vermittlungs- und Assistenzanwendung für das Personal Information Management der Konzernmitarbeiter. Sie verwirklicht ein so genanntes One-Number-Konzept für die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter und den Wechsel von der Festnetztelefonie auf Vermittlungs- und Assistenzdienste. Realisiert wurde diese Anwendung vom Berliner Unternehmen SemanticEdge http://www.semanticedge.de: „Selbst wenn man den Namen eines Geschäftspartners gerade nicht weiß, kann man über eine Suchfunktion mit der Eingabe von Branche und Standort die gewünschte Verbindung aufbauen”, erklärt SemanticEdge-Geschäftsführer Lupo Pape. Per Spracheingabe könnten die Mitarbeiter eine Routing-Funktion nutzen, alle Anrufe umleiten, so dass sie auf einer bestimmten Nummer zu erreichen sind. Sprachverarbeitende Technologie, davon ist auch der Berliner Zukunftsforscher Norbert Bolz überzeugt, wird in den nächsten Jahren eine wachsende Rolle spielen. „Wenn Sie auf Ihr Auto zugehen und können es öffnen und starten, indem Sie es ansprechen, das lässt sich niemals überbieten”, erläutert er einen alten Traum der Zivilisation. „Ich persönlich kenne überhaupt keinen Zukunftsforscher oder Technologen, der Zukunftsszenarien entwickelt und nicht davon ausgehen würde, dass die Stimme letztlich das ultimative Interface ist”, sagte Bolz bei den diesjährigen Bonner Voice Days http://www.voicedays.de.

Die KI-Forschung und speziell die Robotik gelten weltweit als Zukunftsmarkt. „6,9 Mrd. Euro setzte allein die deutsche Roboterwirtschaft 2005 mit ihren Produkten um. Außerhalb der industriellen Fertigung gelten Serviceroboter als Wachstumsbereich”, analysiert die Zeitschrift Technology Review. Die Begeisterung für Robotertechnik erinnert Microsoft-Gründer Bill Gates an die Zeit, als er und sein Partner Paul Allen davon träumten, dass irgendwann auf jedem Schreibtisch und in jedem Haus ein Computer stehen könnte. Gates könne sich eine Zukunft vorstellen, in der roboterähnliche Geräte zu einem fast allgegenwärtigen Bestandteil des täglichen Lebens werden. Für den Sprachdialogexperten Pape sind das keine Hirngespinste. Bereits heute existierten die dafür notwendigen Technologien wie dezentrales Rechnen, Sprach- und Mustererkennung. Drahtlose Breitbandverbindungen könnten die Tür zu einer neuen Generation selbständiger Geräte öffnen, die Aufgaben für Menschen erledigen. „Da liegt allerdings noch ein weiter Weg vor uns. Für Maschinen ist es sehr schwierig, sich in einem Raum zu orientieren, auf Geräusche zu reagieren, Sprache zu interpretieren und Gegenstände zu ergreifen, die höchst unterschiedlich sind”, sagt Pape im Gespräch mit dem Online-Magazin NeueNachricht http://www.ne-na.de. Eine funktionierende Spracherkennung werde unverzichtbar sein, um Roboter im Alltag einzusetzen, etwa in der Altenpflege oder bei der Unterstützung behinderter Menschen.

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Professor Allman - Auf der Suche nach der Weltformel

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Cover Professor AllmanKlappentext

Der Zeitreise- und Parallelwelt-Roman handelt von Professor Allman, einem renommierten Physikprofessor und seinem sechzehnjährigen Assistenten Daniel Josten. Professor Allman nimmt an einem Forschungswettbewerb teil und möchte unbedingt den Sieg für seine Universität in Quantum City holen. Sein persönlicher Ehrgeiz ist es, die Weltformel zu finden, die zum größten Geheimnis des Universums gehört. Mitbewerber und Intrigen zwingen ihn und sein Team zum überstürzten Aufbruch in parallele Universen. Zu seinem Team gehört auch die attraktive Kryptozoologin Heroine Embassy. Bösartige Gegner sorgen dafür, dass er immer wieder in falschen Welten landet, aus denen es so gut wie kein Entrinnen gibt. Schier unüberwindliche Aufgaben gilt es zu lösen, um die Weltformel zu finden. Sein Leben und das seiner Begleiter steht auf dem Spiel. Wird er es mit Daniels und Heroines Hilfe schaffen? Spannende Handlung mit wissenschaftlichem Hintergrund. Für Science-Fiction-Fans ein Muss!

Auszug aus Professor Allman - Auf der Suche nach der Weltformel von Klaus-Dieter Sedlacek. Copyright © 2008. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es riecht nach Außergewöhnlichem, nach dem wichtigsten wissenschaftlichen Ereignis der letzten Jahre und nach Sensation. Hans Griffel, kahler Kopf, große Nase, Reporter der Neuen Quantum Nachrichten ist nicht der Einzigste mit einem Riecher für besondere Ereignisse. Im großen Hörsaal der Albert-Einstein-Universität rutscht er unruhig auf seinem harten Stuhl hin und her und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Der Hörsaal selbst quillt über infolge der großen Zahl an Interessierten, Professoren, Studenten, Journalisten und der Gruppe Zuhörer, die immer gern stört, wenn es etwas zu stören gibt. Ein unerträglich spannendes Geraune liegt in der Luft.
Es geht um den großen Forschungspreis, den 50 Millionen Forschungsmitteln, welche die Paul Gotham Stiftung für den Sieger eines Wettbewerbs ausschrieb. Die Albert-Einstein-Universität steht dabei im Wettbewerb mit der ebenfalls in Quantum City ansässigen Francis Drake Universität. Es geht darum, welche Universität, den wissenschaftlichen Beweis erbringt, dass Reisen im Multiversum praktisch möglich sind und es geht um die Ehre des Professors, der ankündigte, er könne solche Reisen demonstrieren. Es geht nicht zuletzt um Professor Allman und seine Erfindung den Timeponder. Man munkelt, sein erst 16-jähriger Assistent Daniel Josten, ein fertiger Ingenieur, soll den Timeponder mitentwickelt haben. Was für eine Sensation!
„Das müssen sie sein, da vorne!”, denkt Griffel. „Einmal Professor Allman, der große, kräftige Mann mit seinen vielleicht 43 Jahren, 1,80 m Größe und dem auf wenige Millimeter gestutzten Vollbart. Er sieht sympathisch aus mit seinem gerundeten Gesicht und den lebhaften, freundlich durch die Brille blitzenden Augen. Daneben der junge Mann einen halben Kopf kleiner, das bartlose ovale Gesicht mit Brille, der Baseballkappe mit dem Schirm nach hinten auf die schulterlangen Haare gesetzt! Dazu die Safariweste über seinem lockeren T-Shirt und die modischen Hüftjeans! Die sehen tatsächlich so aus, wie sie mir beschrieben wurden!”
Professor Dr. Emanuel S. Allman steht in seinem karierten, braunen Jackett, mit rotem Schal und breitrandigem dunklen Hut vor der großen Projektionsleinwand unweit des Hörsaalprojektors und scheint sich zu konzentrieren.
„Warum zum Teufel trägt er hier im Saal Schal und Hut?” fragt Griffel laut.
„Das sind die Markenzeichen von Professor Allman!”, antwortet Griffels Nachbar, ein Student.
„Bei einem extravaganten Künstler könnte ich das verstehen, aber doch nicht bei einem Physikprofessor”, ereifert sich Griffel.
„Professor Allman ist auf seine Art ein Künstler und seine Vorträge und Präsentationen sind genauso außergewöhnlich, wie er aussieht”, antwortet der Student.

Die Uhr zeigt 10 vor 11 Uhr. Professor Allman fühlt die neugierigen Blicke und die zunehmende Spannung im Saal. Er versucht sich zu konzentrieren. „50 Millionen für die Uni”, denkt er dabei und seine Hände werden feucht. „Ich muss sie holen, ich will sie holen, ich werde sie holen!” beschwört er sich selbst.
Noch immer strömen Menschen in den schon vollen Hörsaal. Professor Allmans Gedanken wandern rastlos weiter. Er schaut durch ein Hörsaalfenster, sieht die glasgeschützte Fußgängerbrücke, die den Fluss überquert. Er sieht die Menschen über die Brücke eilen, mehr als sonst um diese Zeit. Er sieht die belebte Straße zwischen dem West River und der Universität, sie ist schon zugeparkt. Ein glasüberdachtes Ausflugsboot, 50 m entfernt, hat gerade angelegt. „Es sind nur 50 m”, träumt er mit offenen Augen. „50 m bis zur Entdeckung von Neuem, Unbekanntem.”
Seine Gedanken wechseln zurück zum Thema. Er beschwört sich: „Es muss mit dem Timeponder klappen, die Weltformel zu entdecken! Nebenbei kann ich andere Welten sehen, andere Zeiten erleben. Heute zeige ich den Menschen, wie das Reisen im Multiversum ganz einfach geht, ab heute wird die Welt nicht mehr die gleiche sein.”
Plötzlich muss er seufzen.
„Professor, was ist?” Professor Allman hört es nicht. Die Frage wird lauter: „Professor, Professor ist alles in Ordnung?”
Professor Allman dreht sich langsam um. „Ach, Dan”, sagt er und wendet sich zu seinem jungen Assistenten, der in Wirklichkeit Daniel Josten heißt, „mir ist etwas eingefallen, Dan. Ich hab mir gerade vorgestellt, was wäre, wenn unser Versuchstier ausreißen würde, die weiße Ratte, hier im Hörsaal. Sie würde laufen, springen durch die Menge, zwischen die Beine, sie würde die Füße der Frauen streifen. Das würde unsere ganze Präsentation ins Lächerliche ziehen!” Wieder entfährt ihm ein Seufzen.
„Aber Professor!” Der eher einem Schüler als einem diplomierten Ingenieur gleichende Daniel ist leicht pikiert. „Ich habe alles sorgfältig vorbereitet. Mir reißt kein Versuchtier aus!” Daniel mit 65 kg, die er auf die Waage bringt und seinen linkisch wirkenden Bewegungen, scheint in permanenter Unruhe. Er zappelt rum, fummelt in seinen Taschen, ist aber dennoch absolut zuverlässig, absolut loyal gegenüber Professor Allman. In seiner braunen Lederweste mit den zahlreichen Außentaschen macht er den Eindruck, als wolle er auf Safari gehen. Das Aussehen täuscht. In den Taschen der Weste befindet sich fast nichts, was für eine Safari geeignet wäre, sondern Werkzeug, Ersatzteile und hunderterlei nützliche Dinge, die nur ein Techniker, ein Ingenieur, ein Tüftler brauchen kann.
„Dan, es ist drei Minuten vor 11 Uhr, ich möchte gern pünktlich beginnen”, dabei schaut Professor Allman durch den überfüllten Saal. Stühle aus anderen Hörsälen sind herbeigeschafft worden. Kollegen, Journalisten, Leute aus der Wirtschaft, Studenten, alles bunt gewürfelt, viele stehen, andere sitzen, einige hocken auf den Stufen des ansteigenden Hörsaals.
Daniel blickt leicht irritiert auf seine dicke Uhr, die einem altertümlichen Wecker ähnelt und sein linkes Handgelenk ziert. Bei der Größe des Gehäuses muss es offensichtlich noch anderen Zwecken dienen, als nur die Zeit anzuzeigen. „Es stimmt - die Zeit rast dahin!”, murmelt er kaum hörbar.
„Kann ich anfangen, hast du noch mal alles überprüft?” Während Professor Allman nicht respektlos, sondern freundschaftlich Daniel mit ‘Du’ anredet, ist Daniel beim respektvollen ‘Sie’ aus seiner Studentenzeit geblieben. Professor Allman hat Daniel einmal gebeten, ihn mit ‘Du’ anzureden, aber Daniel wollte dies nicht.
„Professor, Sie können sich darauf verlassen, ich hab gestern im Labor den Timeponder nochmals ausprobiert, bin den technischen Teil unserer heutigen Präsentation Schritt für Schritt durchgegangen, es wird klappen! Sie können sich auf mich verlassen!”
„Das weiß ich doch Dan. OK, dann lass uns anfangen. Wünschen wir uns Glück Dan.”
„Nicht Glück, Professor, Gelassenheit, Konzentration, innere Ruhe” und während Daniel das wie ein weiser Mensch ausspricht, lutscht er einen Mentholbonbon, den er immer lutscht, wenn er selbst in Spannung ist und besonders rumzappelt.
„Danke Dan, ich halte mich daran, nicht die Ruhe zu verlieren - ich hoffe nur, dass kein Punkt kommt, an dem es von Nachteil wäre, sie zu bewahren.”

In der Nacht vor Professor Allmans Präsentation geschah etwas …

Klaus-Dieter Sedlacek
Professor Allman - Auf der Suche nach der Weltformel
ISBN 978-3-8370-0708-4, Paperback, 252 Seiten, Euro 15,80

Rezension von datenhamster.org:

[...] ich habe angefangen mitzufiebern. Im Vergleich zu den vielen Sci-Fi-Büchern, die auf den Markt kommen, finde ich dieses hier erfrischend anders. [...] aber trotzdem faszinierend. Ich kann es nur empfehlen.

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